Flick ist kein Vorbild

Mo

01

Mär

2010

Eröffnung der Ausstellung „Städtedreieck unterm Hakenkreuz – NS-Zwangarbeit im ländlichen Raum“ in Maxhütte Haidhof

Während des Zweiten Weltkriegs waren auch in der Region Zwangsarbeiter eingesetzt, vom Stahlwerk über die Landwirtschaft, bis zum Frisör. Im Umfeld der Ausstellung gibt es Kontroversen um die nach Friedrich Flick benannten Straßen in Maxhütte-Haidhof und Teublitz.

Mehr unter: http://www.otv.de/default.aspx?ID=2147&showNews=653287

sowie: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3077&pk=527677&p=1

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So

28

Feb

2010

Wie viel Moral verträgt die Wirtschaft: Friedrich Flick: Vorzeigeschurke oder ehrenwerter Geschäftsmann?

Diese Frage wird am heutigen Tag in Burglengenfeld im Rahmen des Programms zur Eröffnung der Pilotausstellung „Städtedreieck unterm Hakenkreuz – NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum” diskutiert. Veranstalter ist die "Projektgruppe Zwangsarbeit", auf dem Podium u.a. der ehemalige Kreuztaler Bürgermeister Rudolf Biermann.

 

Informationen zur Veranstaltung auf den Seiten der Veranstalter: http://www.projektgruppe-zwangsarbeit.de/projektgruppezwangsarbeit.html

Ein Presse Vorbericht finden Sie hier: http://r-digital.de/?p=6758

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Mo

01

Feb

2010

Projektgruppe "Zwangsarbeit" online

Wer das Erinnern nicht kultiviert, fördert das Vergessen.

 

Zwölf Millionen Menschen aus ganz Europa mussten während des Zweiten Weltkriegs im nationalsozialistischen Deutschland Zwangsarbeit leisten. Die betroffenen Männer, Frauen und Kinder wurden aus ihren Heimatländern verschleppt oder als Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zwangsrekrutiert, um Sklavenarbeit für die selbst ernannten „Herrenmenschen“ zu verrichten. Sie arbeiteten zumeist unter menschenunwürdigen Bedingungen – vor allem in der Rüstungsindustrie und Landwirtschaft. Aber auch im Frisörsalon oder im Gasthaus nebenan.Während die Geschichte und die Geschichten der Zwangsarbeiter in größeren Städten weit gehend erforscht und in Ausstellungen veröffentlicht wurden, hat das Schicksal der Deportierten in den ländlichen Regionen Deutschlands noch wenig Beachtung gefunden.Die Projektgruppe „Zwangsarbeit” will diejenigen in den kleineren Kommunen unterstützen, die gegen das Vergessen eintreten, die zumeist unausgewertete Archive vor Ort sichten und in Gesprächen mit Zeitzeugen die oft ganz eigene „Sklavengeschichte” der Region entdecken und dokumentieren. Unsere speziell für kleinere Städte und Gemeinden konzipierte Wanderausstellung „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum” soll diesen Vorreitern eine Basis für ihre Pionierarbeit bieten und einen Impuls für die nachhaltige Forschung vor Ort geben.Es ist fünf vor zwölf – die ehemaligen Zwangsarbeiter sind heute meist über 80 Jahre alt und werden nicht mehr lange von ihren Erfahrungen berichten können. Ihre Erinnerungen machen Geschichte aber erst lebendig und unmittelbar – vor allem für die jüngeren Generationen.

 

Zur Internetseite des Projekts: http://www.projektgruppe-zwangsarbeit.de

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Mi

18

Nov

2009

Souveränes Verhältnis zum „großen Sohn“ der Stadt aufbauen

Kurt Schilde, Oliver Hirsch, Norbert Frei und Tim Schanetzky auf dem Weg zum Podium

Am 16. November 2009 waren die beiden Historiker Norbert Frei und Tim Schanetzky zu Gast in Kreuztal. Auf Einladung der Initiative Flick-ist-kein-Vorbild, des DGB sowie des VVN-BdA haben sie ihr neues Buch Flick – Der Konzern, die Familie, die Macht vorgestellt. Nicht so sehr die Verstrickung Friedrich Flicks in die Zeit des Nationalsozialismus und seine Rolle bei der Zwangsarbeit, sondern der Beginn seiner Karriere im Siegerland sowie der gescheiterte Versuch der Gründung einer Familiendynastie standen bei der diesjährigen Lesung im Vordergrund.

In seinem Schlusswort schilderte Tim Schanetzky dem Kreuztaler Publik seinen Blick auf die Stadt: „Ich war schon gespannt hierher zu kommen, weil ich diese ganze Diskussion und das ganze aufeinander Einschlagen – so wirkt es von außen – einer Stadt beobachtet habe und sehen wollte, wie der Abend wird. Mein Eindruck: Es ist ruhiger und besonnener geworden.“ Die politischen Vertreter, so Schanetzky, hätten mit der Umbenennung des Kreuztaler Gymnasiums eine angemessene Entscheidung getroffen. Über sie sollte man weiter nachdenken, die Debatte abzuschneiden oder abzuschließen sei der falsche Weg. Niemand in Kreuztal solle dies als das Rühren in einer Wunde empfinden, sondern als einen normalen Prozess der Emanzipation von einem Stifter, der (bzw. dessen Erben) sich inzwischen vollständig aus der Stadt verabschiedet hat. Die Kreuztaler sollten nun versuchen ein stadtbürgerlich souveräneres Verhältnis zum „großen Sohn“ der Stadt aufzubauen.

 

Das 40-Jährige Jubiläum des Städtischen Gymnasium Kreuztal, also des ehemaligen Friedrich-Flick-Gymnasiums, war vielleicht ein Anfang dafür. Allerdings kann man von der Schule ausgehend noch immer nicht klar erkennen, wie sie mit ihrer Geschichte verantwortlich umzugehen gedenkt. So kamen im Rahmen der Festveranstaltungen mit dem ehemaligen Schulleiter Günter Schweizer oder dem ehemaligen Schüler Dr. Michael Inacker erneut und ausschließlich diejenigen zu Wort, die nicht bereit sind sich von Friedrich Flick zu emanzipieren; auch ein Jubiläums-Schulfilm, der Journalisten als anonyme Angreifer sowie die „Umbenenner“ als schwarz maskierte Gestalten darstellt und welcher die Umbenennung eher lächerlich macht, wirkte befremdlich. Auf der anderen Seite zeigte eine Ausstellung zum Tag der offenen Tür der Schule (siehe Fotoserie) jedoch auch, dass man bereit ist sich der eigenen Geschichte zu stellen. Es bleibt also zu hoffen, dass Tim Schanetzky recht behält und die Stimmung in Kreuztal besonnener ist und bleibt. Die Initiative Flick-ist-kein-Vorbild jedenfalls möchte die Diskussion um Flick weiterführen und hofft darauf, dass Veranstaltungen wie die gestrige Lesung, zukünftig auch gemeinsam mit der Schule möglich sein werden. 

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Di

10

Nov

2009

Jubel, Trubel, Heiterkeit

40 Jahre Gymnasium in Kreuztal - 39 Jahre davon als Friedrich-Flick-Gymnasium, eines als Städtisches Gymnasium Kreuztal - das kann und darf gefeiert werden! Bei dieser Ausgelassenheit darf man natürlich auch die ernsten Dinge des Lebens nicht vergessen. So kam es dann wohl auch dazu, dass Günter Schweizer, "Schulleiter der ersten Stunde", laut Siegener Zeitung in der gestrigen Jubiläumsfeier in der Kreuztaler Stadthalle "an die schwierigen Zeiten der Schulgründung" erinnerte und "nochmals deutlich [machte], wie wesentlich seinerzeit die Spende des einstigen Namensgebers Friedrich Flick für den Ausbau der Kreuztaler Schullandschaft gewesen sei." (siehe auch Westfälische Rundschau vom 10.11.2009)

Es bleibt zu hoffen, dass Günter Schweizer (oder ein anderer, der öffentlich Rede Mächtiger) auch auf die schwierigen Zeiten hingewiesen hat, die all die Sklavenarbeiter in Friedrich Flicks Fabriken durchlebt haben, deren entsetzliche Lage wesentlich durch den einstigen Namensgeber des Kreuztaler Gymnasiums verursacht wurde. Eben jener Flick, der fleißig spendete um die öffentliche Meinung für sich zu gewinnen, der sich aber Zeitlebens weigerte eben diesen Zwangsarbeitern auch nur eine Mark an Entschädigung zu zahlen. Herr Schweizer hat vermutlich "vergessen" auf diesen Umstand hinzuweisen. Angesichts der Tatsache, dass eine solch überflüssige Bemerkung, offenkundig ohne Widerspruch, am Abend des 9. November 2009 gefallen ist, dem 71. Jahrestag der Reichspogromnacht, ist dies mehr als peinlich. Aus gegebenem Anlass also NDR Extra 3 vom 25.9.2008 mit Günter Schweizer:

 

Nachhilfe gegen das "Vergessen" am Montag den 16.11.2009 um 19:30 Uhr in der Weißen Villa in Dreslers Park.

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Mi

04

Nov

2009

Jubiläum: Städtisches Gymnasium vor einem Jahr umbenannt

Buchvorstellung am 16. November soll Beitrag gegen Vergessen leisten

 

Pressemitteilung vom 1. November 2009:

Am kommenden Freitag, den 6. November 2009 ist es genau ein Jahr her, dass das Friedrich-Flick-Gymnasium Kreuztal umbenannt wurde. Der Umbenennung ging eine rund 20jährige Debatte voraus, die vor allem im vergangenen Jahr kontrovers geführt wurde. „Zu einem wirklichen Umdenken in Kreuztal hat die Umbenennung jedoch nicht geführt“, meint Patrick Fick, Mitinitiator der Bürgerinitiative (BI) Flick-ist-kein-Vorbild, „Noch immer hört man Stimmen aus Kreuztal, die behaupten Flick habe niemandem etwas Böses getan, sei doch immer freundlich mit Filzhut und im Lodenmantel durch Kreuztal gegangen. Gegen diese Geschichtsblindheit wehren wir uns weiter.“ Die BI Flick-ist-kein-Vorbild möchte auch nach der Umbenennung des Städtischen Gymnasium an Flicks Verbrechen erinnern und seine Geschichte als gesellschaftliche Mahnung verstanden wissen. Aus diesem Anlass veranstaltet die BI am 16.11.2009 um 19:30 Uhr in der Weißen Villa eine Lesung mit Prof. Dr. Norbert Frei sowie Dr. Tim Schanetzky. Die beiden Historiker sind Mitautoren des kürzlich veröffentlichten Buches „Flick – Der Konzern, die Familie, die Macht“, welches von der Flick-Enkelin Dagmar Ottmann finanziell ermöglicht wurde. Die renommierten Historiker der Universität Jena werden ihre Forschungsergebnisse vorstellen und dem Kreuztaler Publikum für Fragen zur Verfügung stehen. Die Wissenschaftler halten in ihrem Buch u. a. fest: „Die KZ-Häftlinge wurden dem Unternehmen nicht aufgenötigt, sondern vielmehr in Eigeninitiative herangeholt.“ und treten damit auch der Behauptung entgegen Flick habe keine andere Wahl gehabt als Zwangsarbeiter in seinen Betrieben zu beschäftigen.Oliver Hirsch, Mitinitiator der BI abschließend: „Solche und andere Flick’schen Mythen geistern noch immer durch Kreuztal. Wir hoffen weiterhin darauf, dass die Verantwortlichen in Schule, Politik, Kirchen und den Vereinen ebenfalls aktiv werden und sich auch ihrer eigenen Geschichte stellen. Dass man von den Ideen, wie einem ‚Ort der Nachdenklichkeit’ als dauerhafte Ausstellung im Städtischen Gymnasium, seit einem Jahr nichts mehr hört, ist der Thematik nicht angemessen.“

 

PS: Das Gymnasium präsentiert sich zum Jubiläum mit einer neuen Internetseite. Für den Suchbegriff "Flick" erhält man dort einen ganzen Treffer. Die Informationen, die Schüler anlässliches eines Projekttages zu Friedrich Flick im vergangenen Jahr erstellt haben sind verschwunden. Verschwunden ist zur Zeit auch der Link zum Förderverein des Städtischen Gymnasiums, wer dem Förderverein beitreten möchte, kann jedoch weiterhin hier ein Beitrittsformular herunterladen: http://www.flick-ist-kein-vorbild.de/app/download/511170209/beitr_foev.pdf

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Di

13

Okt

2009

Die Zweite Karriere des Friedrich Flick

Auferstanden aus Ruinen - Die zweite Karriere des Friedrich Flick: Matthias Fink schürft nach alten Wunden im einstigen Wirtschaftswunderland und rollt den Fall Friedrich Flick wieder auf: ein Unternehmer, der unter den Nazis, unter anderem durch die Ausbeutung von Zwangsarbeitern, das größte Privatvermögen Deutschlands ansammeln konnte und nach dem Ende der Naziherrschaft von den alliierten Westmächten nach nur drei Jahren Haft wieder in den goldenen Sattel gehoben wurde, um der reichste Mann im Wirtschaftswunderland zu werden. BR 2 radioWissen am Nachmittag Oktober 2009: http://www.youtube.com/watch?v=tnu2ZlAhjuM&feature=PlayList&p=86B4CFEBA771C008&index=0&playnext=1

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Fr

18

Sep

2009

16.11.2009: Lesung in Kreuztal - Flick: Der Konzern, die Familie, die Macht

Autoren stellen Forschungsergebnisse in Kreuztal vor

 

Am 16. November 2009 um 19:30 Uhr in der Weißen Villa (Dreslers Park, Kreuztal) werden Prof. Dr. Norbert Frei und Dr. Tim Schanetzky ihr neues Buch vorstellen. "Flick: Der Konzern, die Familie, die Macht", so der Titel, entstand zusammen mit Ralf Ahrens und Jörg Osterloh und wird zur Frankfurter Buchmesse am 21.9 erscheinen.

Mit dem Buch stellen die Jenaer Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Forschung einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Ihre Arbeit wurde finanziell von der Flick-Enkelin Dagmar Ottmann ermöglicht.

Flick – ein Lehrstück über skrupellosen Kapitalismus

(Verlagsinformation)

 

Kein Name verkörpert das Drama der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert klarer als der Name Flick. Zweimal folgte dem beispiellosen Aufstieg der politische und moralische Bankrott. Unter vier politischen Systemen, vom späten Kaiserreich über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis in die Bundesrepublik, war Flick erfolgreich – und scheiterte doch auf ganzer Linie. Was ihm vorschwebte, war ein gewaltiger Konzern, der generationenübergreifend in Familienbesitz bleiben sollte. Aber nach dem Vater versagten die Söhne. Die Techniken, mit denen das Haus Flick politischen Einfluss nahm, um seine unternehmerischen Ziele zu erreichen, waren seit den Zwanzigerjahren auf verhängnisvolle Weise gleich geblieben. Auf die sich verändernden Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik fand der Konzern keine passenden Antworten mehr und ging im Strudel des Parteispendenskandals der Achtzigerjahre unter. Sein Gründer aber blieb bis heute ein Symbol unternehmerischer Skrupellosigkeit und unverstandener Schuld.
Die Autoren erzählen die Geschichte einer Industriellendynastie, deren Macht und Möglichkeiten stets aufs Engste mit der Politik verknüpft waren – und deren Skandale immer wieder die Öffentlichkeit erregten. Spannend wie ein Thriller und hochaktuell.

Quelle: http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=283139

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Sa

27

Jun

2009

"Mörder und ihre willfährigen Helfer wie Friedrich Flick“

In Bayern wird weiter heftig über die Friedrich-Flick-Straße(n) diskutiert. Die Mittelbayrische Zeitung (MZ) veröffentlichte am 21.6.2009 ein Schreiben der SPD-Stadträte Bernhard Rothauscher und Sebastian Bösl sowie Helga Seidemann, AsF-Vorsitzende aus Maxhütte-Haidhof. Ein Lichtblick, denn ganz offensichtlich hat man es hier mit der Sorte Politiker zu tun, die lesen und nachdenken kann. Das Schreiben auf den Seiten der MZ hier: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3077&pk=417028

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Di

16

Jun

2009

Trotz Kriegsverbrechen: Strasse bleibt nach Friedrich Flick benannt.

Quelle: Mittelbayrische Zeitung

In Bayern kann ein Kriegsverbrecher ganz offenkundig noch Vorbild sein, jedenfalls taugt er als Namensgeber einer Straße: Mittelbayrische Zeitung vom 15.6.2009: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3077&pk=412977 (Achtung: Der Artikel ist auf drei Seiten verteilt)

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"Das Leben wird nach vorwärts gelebt, aber nur

nach rückwärts verstanden." (Kierkegaard)

 

Kontroverse um den Namen des städtischen Gymnasiums beendet:

Friedrich-Flick-Gymnasium mit großer Mehrheit umbenannt!

Beitrittserklärung zum Förderverein

Diese Seite entstand zur Information und Aufklärung über das Städtische Gymnasium Kreuztals, welches bis 2008 "Friedrich-Flick-Gymnasium" hieß. Inzwischen wurde es umbenannt. Diese Seite dokumentiert die Debatte um die Umbenennung und die Reaktionen.

 

Kreuztal, 6.11.2008 - "Es sind unsere Kinder und Jugendlichen auf den Schulen, die echte Vorbilder brauchen." Mit diesen Worten endete die Rede des Kreuztaler Bürgermeisters und begann die Abstimmung über den Namenspatron Friedrich Flick. Das Ergebnis war eindeutig, eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Ratsmitglieder stimmte in geheimer Abstimmung für eine Umbenennung (26 Stimmen). Immerhin noch 12 Stadtverordnete votierten für eine Beibehaltung des Namens. Nach der Grundsatzrede des Bürgermeisters (nachzulesen auf den Seiten der Siegener Zeitung: hier) fand vereinbarungsgemäß keine Debatte statt. Statt Friedrich-Flick-Gmnasium heißt die Schule nun städtisches Gymnasium Kreuztal.

 

Städtisches Gymnasium Kreuztal gerade jetzt unterstützen!

Bürgermeister Biermann bekräftigte in seiner Rede seinen Herzenswunsch, wieder Frieden nach Kreuztal zu bringen. Über die Medien haben einige Mitglieder des Fördervereins der Schule ihren Rücktritt angekündigt, sollte die Schule nicht mehr nach Flick, einem verurteilten Kriegsverbrecher, benannt sein. Die BI Flick-ist-kein-Vorbild hält einen solchen Schritt für falsch und ruft zu einer breiten Unterstützung der Schule auf, gerade jetzt, nach der Umbenennung. Einen eingescannten Antrag auf Mitgliedschaft im Förderverein der Schule finden Sie hier zum download, weitere Informationen zum Förderverein gibt es hier: Website des Fördervereins.

 

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Antrag auf Mitgliedschaft im Förderverein des städtischen Gymnasiums Kreuztal
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"Spannend wie ein Thriller und hochaktuell." (Blessing Verlag)

Neuerscheinung - Herbst 2009: Flick - Der Konzern, die Familie, die Macht. von Norbert Frei, Ralf Ahrens, Jörg Osterloh und Tim Schanetzky. ISBN: 978-3-89667-400-5

 

Flick – ein Lehrstück über skrupellosen Kapitalismus

(Verlagsinformation)

 

Kein Name verkörpert das Drama der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert klarer als der Name Flick. Zweimal folgte dem beispiellosen Aufstieg der politische und moralische Bankrott. Unter vier politischen Systemen, vom späten Kaiserreich über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis in die Bundesrepublik, war Flick erfolgreich – und scheiterte doch auf ganzer Linie. Was ihm vorschwebte, war ein gewaltiger Konzern, der generationenübergreifend in Familienbesitz bleiben sollte. Aber nach dem Vater versagten die Söhne. Die Techniken, mit denen das Haus Flick politischen Einfluss nahm, um seine unternehmerischen Ziele zu erreichen, waren seit den Zwanzigerjahren auf verhängnisvolle Weise gleich geblieben. Auf die sich verändernden Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik fand der Konzern keine passenden Antworten mehr und ging im Strudel des Parteispendenskandals der Achtzigerjahre unter. Sein Gründer aber blieb bis heute ein Symbol unternehmerischer Skrupellosigkeit und unverstandener Schuld.
Die Autoren erzählen die Geschichte einer Industriellendynastie, deren Macht und Möglichkeiten stets aufs Engste mit der Politik verknüpft waren – und deren Skandale immer wieder die Öffentlichkeit erregten. Spannend wie ein Thriller und hochaktuell.

Quelle: http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=283139

 

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Friedrich-Flick-Gymnasium bald städtisches Gymnasium Kreuztal?

Endlich befasst sich der Kreuztaler Stadtrat noch einmal mit dem belasteten Namen: Abstimmung am 6. November

Eingang zum Friedrich-Flick-Gymnasium (Quelle: TS) Eingangsbereich zum FFG

Diese Seite wurde initiiert und finanziert von ehemaligen Schülern des Friedrich-Flick-Gymnasiums (FFG) in Kreuztal. Worum geht es? Es geht um die Frage, ob ein Gymnasium den Namen einer Persönlichkeit tragen sollte, die nicht als Vorbild dient. Friedrich Flick, u.a. wegen seiner Verurteilung als Kriegsverbrecher in den Nürnberger-Prozessen, ist eine solche Person.

 

Auf diesen Seiten soll der inzwischen mehr als 20-jährige Streit um den Namen eines Gymnasiums kurz dargestellt werden, mit dem Start dieser Seite im Frühjahr 2008 wird zudem die Fortsetzung der Debatte dokumentiert. Darüber hinaus soll klar werden, was Friedrich Flick für ein Mensch war und warum er nicht als Vorbild für eine Schule dient.

 

Warum das Ganze? Die Diskussion um Flick und das nach ihm benannte Gymnasium scheint festgefahren. Eine junge Generation von Lehrern, Eltern und Schülern ist teilweise über den Namensgeber ihrer Schule nicht informiert, während außerhalb Kreuztals Unverständnis über den Namen des Gymnasiums herrscht, herrscht in Kreuztal Unverständnis darüber, dass man über den "Gönner" der Stadt überhaupt kritisch diskutiert und an seinem Image kratzt.

Flick als Angeklagter in Nürnberg (Quelle: Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 501 KV-Prozesse Generalia Q-3)

Diese Seite soll informieren, eine kritische Diskussion möglich machen und zum Diskutieren ermutigen. Wir hoffen, dass ehemalige wie aktive Schüler, Eltern und Lehrer aber auch Bürger innerhalb und außerhalb Kreuztals erkennen: Flick ist kein Vorbild. Eine Petition an den Bürgermeister der Stadt Kreuztal ist inzwischen rund 2000 mal bei ihm eingegangen. Zudem haben zahlreiche Personen über einen Eintrag ins Gästebuch ihre Unterstützung für die Umbenennung dokumentiert.

 

Zur Entwicklung der Namensdebatte: Es ist unmöglich die aktuellen Entwicklungen aus dem Jahr 2008 im Streit um ein nach dem Kriegsverbrecher Flick benanntes Gymnasium hier kurz und knapp dazustellen. Interessierten kann die Rubrik Aktuelles einen Einblick verschaffen: Hier finden sich Zeitungsberichte, Radioberichte und -reportagen sowie Fernsehberichte aus dem In- und Ausland über den Streit um das Friedrich-Flick-Gymnasium.

 

Die Abstimmung über den Namen der Schule findet in der kommenden Sitzung des Kreuztaler Rates am 6. November statt, zuvor wird über einen CDU-Antrag entschieden, der einen Rats-Bürgerentscheid vorsieht.